Passt bloß auf!

Ein Film aus der Kultur von unten

Medienwerkstatt Freiburg, BRD 1982, 75 Min.



Die Besonderheit dieses Videofilms liegt nicht darin, daß hier Hausbesetzer, Punks, Demos, bemalte Wände gezeigt werden, sondern wie sie gezeigt werden. Die Bilder werden nicht analysiert, kommentiert, erklärt, die verschiedenen Bildfolgen nicht an- oder abmoderiert; der Film führt Szenen, Fragmente, Einblicke vor, deren Zusammenhang der Zuschauer selbst herstellen muß.

Es ist eine Videomontage aus der Sicht der Hausbesetzer- und Jugendbewegung der 80er Jahre, die das Lebensgefühl dieser Bewegung zum Ausdruck bringt und den Bildern der herrschenden Kultur entgegensetzt.
Bilder, die so nicht zusammengehören und doch nur so einen Sinn ergeben. Einer Hausräumung folgt ein Fest, gefolgt durch die Observation des Staatsschutzes. Es gibt Bambule in der Innenstadt, es werden technische Sinnlosigkeiten verkauft, es wird gefrühstückt, und die Staatsgewalt knüppelt ein Straßenfest zusammen.

Die Punks leben ihr Endzeitgefühl, während andernorts im Schwarzwaldbunker „besonders schützenswertes Kulturgut“ mikroverfilmt in Stahlbehältern auf eine strahlende Zukunft wartet.
„Die Situation ist hoffnungslos - aber nicht ernst“, steht auf einem Graffiti eines Treppenhauses. Nur weil die Wirklichkeit ein Stück weit nicht ernst genommen wird, ist sie zu ertragen. In der spielerischen Selbstbehauptung lag die Stärke der Bewegung und liegt die Stärke dieses Films. Es ist die Montage einer Realität, die angehalten und in Einzelteile zerlegt, wieder zusammengesetzt wurde.